Zur Person
Geboren am 22.11.1979 in Bad Schwalbach bei Wiesbaden1986 – 1990
Waldorfschule Wiesbaden
1990 – 1998
Waldorfschule Hagen, NRW
1998 – 2001
Ausbildung als Gestaltungstechnische Assistentin (Grafik/Design) und Fachhochschulreife am Berufskolleg in Iserlohn
2001 – 2002
Orientierung und Praktikum in der Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung Alte Ziegelei Rädel
2002 – 2007
Studium am Institut für Waldorf-Pädagogik Witten/Annen, Klassenlehrerin, Handwerk und Bildende Kunst, Zusatzqualifikation Arbeitspädagogik
seit 2002
Initiierung und Entwicklung der Initiative captura – Schule Zukunft Mensch
Meine Entwicklung
Nach meiner zwölfjährigen Schulzeit in einer Waldorfschule begann ich eine schulische Ausbildung im Bereich Gestaltung mit dem Ziel danach etwas zu studieren wo die Kunst und das Soziale gleichermaßen eine Rolle spielen sollte, wie etwa in der Kunsttherapie oder der Kunstpädagogik. Ich beendete die Ausbildung mit einem Fachabitur und dem Abschluss als Gestaltungstechnische Assistentin im Bereich Grafik und Design.
Während eines halbjährigen Praktikums in der Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung „Alte Ziegelei Rädel“, in der Nähe von Brandenburg, erlebte ich den Alltag mit den jungen Menschen, mit seinen Höhen und Tiefen, als ein großes Geschenk. Die Vorstellung später einmal Kinder und Jugendliche in ihrer Entwicklung zu begleiten, erfüllte mich.
So begann ich ein Studium am Institut für Waldorf-Pädagogik Witten/Annen im Klassenlehrerbereich und in dem Fach Handwerk und bildende Kunst.
Neben dem Wunsch die Kunst und das Soziale zu verbinden, tauchte die Frage „Was ist Schule?“ in mir auf. Um diese Frage, welche ebenso von anderen Studenten gestellt wurde, gründete sich die Initiative captura – Schule Zukunft Mensch (www.captura-online.de). Gemeinsam bewegten wir, neben anderen, das Thema Schule, welches immer größer, umfangreicher, vielfältiger und bedeutungsvoller wurde.
In der Arbeit, ob in der Vorbereitung und Gestaltung von drei großen Schüler- und Studententagungen, in der gemeinsamen inhaltlichen Arbeit oder in der Initiativ-Gruppe selbst, ging es immer mehr um den einzelnen Menschen, um die Individualität. Schule löste sich immer mehr von der Institution und wurde zu etwas, wo sich der einzelne Mensch mit seinen Fähigkeiten entwickelt und sich auf sein Leben und seine individuelle Lebensaufgabe vorbereitet.
Parallel dazu ging es auch für mich immer mehr darum, mich selbst kennen zu lernen und mich zu schulen, an mir zu arbeiten und nach meiner Aufgabe zu suchen. Durch die enge Zusammenarbeit im Team, durch den Spiegel der Anderen und durch das künstlerische Tun mit dem Material als Gegenüber konnte und kann ich über mich selbst einiges erfahren.
Ich bin an einem Punkt angekommen, an dem ich das Gefühl habe, loslegen zu können – die eigene Suche bleibt wichtig, wird jedoch zweitrangig. Mit der captura-Initiative habe ich für mich eine Aufgabe, eine Arbeit gefunden die mich erfüllt, die mir das Gefühl gibt dafür leben zu wollen. Mit dem Entschluss einen captura-Ort, eine captura-Schule zu gründen, wird dass, was für mich „Schule“ war und ist, für mich gleichsam Beruf, Arbeit und Forschungsaufgabe werden.
Mit den erlangten Fähigkeiten und Fertigkeiten möchte ich als Künstler und Pädagoge, aber vor allem als Mensch, anderen jungen Menschen zur Verfügung stehen und einen freien Lern- und Lebensraum gestalten, in dem sich der Einzelne individuell entwickeln, Fähigkeiten ausbauen und wachsen kann, um die Welt ergreifen und sich mit seiner Individualität in die Welt stellen zu können.
Diese Arbeit wird aus dem entstehen was die Wirklichkeit der Einzelnen zeigt und kann nicht auf Konzepten oder Programmen basieren welche den Menschen auswechselbar machen. Sie fordert von mir auch, mich selbst weiter zu entwickeln, weiter Lernender und Fragender zu bleiben um nicht selbst zu einem Programm zu werden.
Dies heißt für mich, dass die Arbeit nicht losgelöst von mir gesehen werden kann und so auch nicht käuflich oder verkäuflich ist und dennoch brauche ich ein Einkommen, welches mich dafür freistellt, mich diesen Aufgaben mit Aufmerksamkeit widmen zu können.