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Newsletter 01/2006, So. 12.Feb.06
 
 

Hallo Alle zusammen,

„Herausforderung: Freiraum…zum lernen und leben“, dem wollen wir uns bei captura2006 stellen.
Was braucht ein Freiraum, damit Lernen, Wachstum und Begegnung in ihm möglich wird, dass kein Leerraum aus ihm wird? Braucht er Grenzen, und wenn ja, wie sehen diese aus? Was würde mehr Freiraum für die Schule bedeuten, für das Leben jeden einzelnen Schülers und Lehrers?
Viele solcher Fragen bewegen uns.

Auch das Thema Begeisterung hat uns wieder beschäftigt, wie unabdinglich doch Begeisterung für das eigene Tun ist. Aber durch was oder wo kommt die Begeisterung her? Begeistere ich mich für etwas, oder werde ich von etwas begeistert? Und was fehlt, wenn die Begeisterung nicht da ist? Vielleicht ist es der Raum, der zwischen mir und der Sache steht. Ein Raum, der sich öffnet und Begeisterung zulässt. Wie kann man diesen Raum definieren, lässt er sich überhaupt allgemein definieren, oder ist er so individuell wie wir Menschen?

Ich denke, wenn wir an der Zukunft der Schule arbeiten wollen, müssen wir diesen Fragen nachgehen, denn wirkliches Lernen ist ohne Begeisterung nicht möglich.


Kurzer Rückblick auf die letzten Wochen:

·      Besuch in der Schweiz (6.- 8. Jan.)
     Elisabeth  Wirsching (Leiterin der Jugendsektion am Goetheanum lud uns zu ihrem Geburtstag nach Dornach ein. Auch hat an diesem Wochenende ein Vorbereitungstreffen für die connectivity-Tagung in Sao Paulo (www.connectivity2006.org) stattgefunden, wir konnten an interessanten Gesprächen teilnehmen, und suchen nun nach Wegen, wie und wo sich captura bei connectivity einbringen kann.
Wir nutzten die Gelegenheit in der Schweiz zu sein und besuchten Daniel Wirz in Zürich. Daniel Wirz ist Mitarbeiter eines freien pädagogischen Arbeitskreises und hatte großes Interesse an captura gezeigt, da er in seinen Seminaren ähnliche Themen bewegt. Er will nun auch an den Schweizer Schulen und anderen Bildungseinrichtungen unsere Gedanken und Ideen weitertragen.


·      Arbeitswochenende zum Thema Portfolio (14.- 15. Jan.)
Zusammen mit den Schülern des Yumendo-Projektes (mehr: www.captura-online.de) beschäftigten wir uns mit Portfolio, sowohl praktisch als auch theoretisch. Es ging um die Frage, wie die Yumendo-Gruppe ihr Projekt (ein freies 13. Schuljahr) dokumentieren kann. Es war ein sehr arbeitsreiches, intensives und diskutierfreudiges Wochenende und die Schüler schienen eine gute Grundlage bekommen zu haben, mit der sie nun persönlich weiter arbeiten können.


·      Pädagogisches Wochenende in Aachen ( 29.- 30. Jan)
 „Neue Wege in der Oberstufe“ war das Thema einer Arbeitsgruppe an der Aachener Waldorfschule während des Pädagogischen Wochenendes, zu der ich eingeladen wurde. Im Vorfeld schauten sich Lehrer und Schüler der Oberstufe den captura-Film an. Auch wenn sich hier Begeisterung bei den Schülern zeigte, erschienen zu der Arbeitsgruppe leider nur wenige. Überwiegend war die Seite der Eltern, die mit ihren einerseits ängstlichen Fragen aber auch aggressiven Argumente, was die Zukunft ihrer Kinder angeht, den neuen Ideen zunächst wenig Platz ließen. Doch im Verlauf der Arbeit fanden auch erste neue Impulse den Raum zum wachsen, hoffentlich können sie den im Schulalltag auch weiterhin finden.   


·      Vernetzungstag in Freiburg (4. Febr.)
Zu „einem etwas anderen Schultag“ lud eine Schüler-Elterninitiative die Freiburger und umliegenden Waldorfschulen in die Waldorfschule St. Georgen ein. Eltern, Lehrer und Schüler arbeiteten an diesem Tag, der ganz unter dem Zeichen von „Pause machen“ stand, nach der Openspace- Methode. Jeder konnte ein Thema einbringen und mit Menschen der verschiedenen Schulen an ihm arbeiten.
Wir wurden auch eingeladen, Maria, Sebastian und ich fuhren hin und boten zum Thema „Freiraum als Lern- und Lebensraum“ eine Gesprächsgruppe an. Durch die Gespräche konnten wir neue Gesichtspunkte für unsere Arbeit gewinnen.
Im Gesamten ist viel Impulskraft für neue Ideen und Veränderungen entstanden. Auch der Austausch unter den verschiedenen Schulen wurde als äußerst positiv empfunden.
Es soll weiterhin Tage solcher Art geben.

Ganz herzliche Grüße,
 
Friedel Reinhardt
 
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Gedanken ...

Wer überlegt sich schon beim täglichen Toilettengang, was mit dem Abwasser geschieht? Drückt auf den Schalter vom PC, Fernseher oder der Nachttischlampe mit dem Bewusstsein wo der Strom eigentlich herkommt? Ist es nicht in unserer heutigen Gesellschaft so, dass wir alles als selbstverständliche Tatsache hinnehmen? Kann es nicht auch sein, dass die Schüler Bildung als Selbstverständlichkeit betrachten und gleichgültig dem Unterricht gegenüberstehen und so die Zeit in der Schule absitzen und auf das lang ersehnte Pausenläuten warten?
Warum ist es heute so schwierig, die Schüler für den Unterricht zu begeistern?
Die Beantwortung der Fragen ist so vielfältig wie die Schüler selbst und wirft immer neue Fragen auf. Sich als Teil eines großen, der ganzen Welt, zu verstehen und trotzdem individuell seine Ziele verwirklichen. In Form von Projekten, Initiativen, Forschungsgruppen und Arbeitskreisen integriert im Schulalltag, aus Interesse jedes einzelnen Schülers heraus, könnte so nicht eine neue Schulwirklichkeit entstehen? Ich bin bei captura und möchte als Teil einer großen Initiative für den Wandel unserer heutigen Schulstruktur einstehen. Mit diesem Gedankenauszug möchte ich darauf aufmerksam machen, dass wir nicht alles als gegeben hinnehmen dürfen, sondern aktiv an der Gestaltung der Welt und als Anfang an der Gestaltung der Schule mitwirken.

Sebastian Weber

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Die Flyer für captura2006 sind fertig. Wer welche haben möchte, um sie zu verteilen, kann sich gerne bei uns melden.

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Öffentliche inhaltliche Vorbereitungstreffen für captura2006 finden weiterhin wöchentlich Mittwochs um 17.30h am Institut für Waldorf-Pädagogik, IHL-Raum, statt. Ihr seid herzlich willkommen.

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captura2006: 02.- 06. Juni !!!

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Der captura-Film kann nach wie vor bei uns bestellt werden. (40. min. + 44 Seiten Leseheft, 18 Euro inkl. Porto u. Verpackung)

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Viele liebe Grüße aus Witten,
Euer captura-Team