Newsletter 04c/2009 | Sonntag, 14.Juni 2009 | Hugoldsdorf
Hallo liebe Menschen,
das zweite Pfingsttreffen hier in Hugoldsdorf liegt hinter uns. Rund 80 Menschen fast jeden Alters waren über die Tage verteilt da, wieder kamen auch ganz neue Gesichter.
Im Grunde genommen fing das Treffen schon 2 bis 3 Wochen vor dem eigentlichen Beginn an. Sehr stark haben wir in diesem Jahr die Vorbereitung mit als Geschehen der Veranstaltung empfunden. Es gab auch keinen direkten Eröffnungs- und Endpunkt. Ein fließender Übergang von der Vorbereitung in das Treffen und dann in die Tage danach war gegeben – Anfang und Ende waren durch das Kommen und wieder Gehen der Menschen selbst bestimmt.
Am ersten „offiziellen“ Abend hatten wir zu einem Eröffnungsgespräch eingeladen. Es gab sehr dichte Momente, die auch eher auf etwas Vorbereitendes hinwiesen.
Zentraler Gesprächsort war das zum Café umgewandelte Kaminzimmer, mit Übergang zur offenen Veranda und in den Südgarten hinein. Bis in die späten Abendstunden wurden Themen bewegt oder einfach zusammen gequatscht. Durch die Initiative von Eric und Leticia von Idem waren Fragen rund um das Thema freie Bildung nach der Schulzeit ein starkes Gesprächselement. Was braucht es, damit Menschen auch unabhängig von einer Einrichtung, Institution o.ä. gestärkt ihren eigenen, individuellen Entwicklungsweg gehen können?
Neben dem Café ergaben sich genauso in der Küche rund ums Kochen und Spülen immer wieder schöne Momente. Beeindruckend war ein Fünf-Frauen-Spül-Chor.
Ein weiteres Spielfeld war das Rondell. Wo letztes Jahr zu Pfingsten noch der Boden bearbeitet wurde, konnten in diesem Jahr Volleyball, Seillaufen, in-der-Sonne-liegen, Jonglieren und weitere Aktivitäten stattfinden. Zentral fand hier am Samstagnachmittag das Kinder- und Dorffest der Gemeinde Hugoldsdorf statt. Neben dem Schießstand und dem Getränkeausschank für die Erwachsenen gab es für die Kinder ein Bastelangebot, Schminken und verschiedene Spielmöglichkeiten. Es war schön zu erleben, wie sich das Dorfleben von hier mit unseren Gästen, die aus ganz Deutschland und zum Teil darüber hinaus angereist waren, vermischte. Am Samstagabend wurde es im Kellergewölbe unter dem Foyer wieder lebendig. Kim hinter der Cocktailbar und Yago an der Musik luden zur Party ein, die bis nach Sonnenaufgang ging.
Das ausgedehnte Frühstück am Pfingstsonntag fand auch auf dem Rondell ein passendes Ambiente. Die einen holten sich gerade ihren ersten Kaffee, andere gingen neben dem Frühstücksbuffet schon verschiedensten Aktivitäten nach.
Angebote von Aktivitäten, wie Tango tanzen oder Bogenschießen, wurden über die Tage auch immer wieder in den Raum gestellt.
Im Vorfeld tauchte bei uns mal wieder die Frage auf, warum wir zu Pfingsten einladen. Nach einigem Ringen kam für uns der wirklich wahre Grund ansatzweise zum Vorschein: wegen den Menschen, die kommen werden. Im Nachhinein kann ich diesen Grund nur bestärken. Es braucht nicht unbedingt ein zentrales Thema, eine Frage oder einen konkreten Anlass als Grund um sich zu treffen. Es braucht Menschen, die sich treffen wollen.
Stark ist mir noch der direkte Nachklang von dem Pfingsttreffen in Erinnerung: eine gefüllte Ruhe war im Schloss zu erleben.
Friedel Reinhardt
Wer bestimmte Fragen, Themen, Aktivitäten...während der Zeit hier bearbeiten will, kann dies gerne an uns weiter geben, wir stellen es dann auf unsere Internetseite.
- Letzte Meldung: jetzt haben wir doch einen Rasentraktor. Für 400,- Euro haben wir spontan "Eddie" vom Gutshaus Grubnow (ein traumhaftes Ferien-Gutshaus auf Rügen) gekauft.
- Ein 15-jähriger Junge aus Potsdam war drei Wochen bis über Pfingsten zu einem Schul-Auszeit-Praktikum bei uns und hat unter anderem einen tollen Grill gebaut.
- Unter anderem Dank Simon, der jetzt in Südamerika auf Reise ist, haben wir jetzt ein wunderschönes Stehklo im alten Essensaufzug.
- Nils, der sich bereits letztes Jahr in das alte Gutshaus tätig verliebte, hat seinen Zivildienst beendet, seine Sachen gepackt und ist jetzt erstmal unbeschränkte Zeit mit an Bord.
- Florian ist in die Gemeindevertretung gewählt worden.
- Wir haben inzwischen fast 200 Festmeter Brennholz aus dem Wald geholt.
- Es gibt Dank Friedel das erste Gemüse und die ersten Kräuter aus dem eigenen Garten.
- Seit Anfang Juni kann man sich in Hugoldsdorf Buggys für den ultimativen Fahrspaß zur Ostsee ausleihen. Mehr: www.ostseebuggy.de
Wir erleben ein immer stärkeres Verbundensein mit dem Ort, wodurch er natürlich auch von uns eine immer stärkere Prägung aufnimmt. Genauso steigt auch die Verantwortung dem gegenüber, was man tut, wo man sich reinstellt, was man ergreift. Schön ist zu erleben, wie die intensiver werdende Bindung die Lust auf das Weitermachen bestärkt.