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Newsletter 05/2008 | Mittwoch, 16. Oktober 2008 | Hugoldsdorf
 
 


 

Ein herzliches Hallo in die Runde,

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Seit gut einem Jahr leben wir jetzt in Hugoldsdorf. Es war ein ereignisreiches Jahr, der weite Weg vom Ruhrgebiet in den Nordosten hat sich gelohnt.

Viele Menschen waren hier. Manche für ein paar Tage, andere für mehrere Wochen - ein ständiges Kommen und Gehen. Die unterschiedlichsten Menschen treffen hier aufeinander, begegnen sich in der Arbeit, im Gespräch, beim Essen in der Küche…Durch jeden Einzelnen kommt ein neuer Aspekt herein, es verändert sich etwas. Es bleibt dadurch alles in Bewegung. Nicht jede Bewegungsrichtung ist einfach, aber sie ist nicht ausgedacht, sie ist durch einen konkreten Menschen hereingetragen worden.

Für uns hat sich gezeigt, dass es sich lohnt, in diese Richtung weiter zu arbeiten - Der Freiraum als Grundlage für die Entstehung von Neuem, als Grundlage, um erstmal sein zu können, in dem das Unfertige im Vordergrund steht.

Ein großes Potential konnten wir gerade in dem Unfertigen erkennen. Das Unfertige im Äußerlichen, Sichtbarem birgt unzählige Möglichkeiten des Tätigwerdens in sich. Der Mensch ist gefordert seine Entscheidungskraft einzusetzen und das für ihn und seine Umgebung Richtige zutun. Das Unfertige in der Konzeption, was hier entstehen soll und dem gesamten zwischenmenschlichen Bereich macht die Mitwirkung eines jeden Menschen möglich. Und das, was passiert ist für den Moment richtig und kann nur in die Verantwortung des Menschen gestellt werden, der es initiiert hat.

Unsere Aufgabe ist es, diesen Freiraum zu halten, bzw. ihn zu öffnen. Zum einen selbst in ihm zu leben, den Menschen zu begegnen und zum anderen immer wieder als Beobachter ihn anzuschauen. Es ist ein ständiges Wechselspiel zwischen Halten und Loslassen. Doch erscheint es uns als notwendig im Angesicht unserer heutigen Zeit und der gesellschaftlichen Kultur.

Beste, herbstliche Grüße, auch von Maria und Florian,

Friedel Reinhardt

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captura-Konto:
(Privatkonto auf Rechnung von captura)

GLS Bank
Empfänger: Florian Lück
Kt.-Nr.: 4009158401
BLZ: 43060967

Hier brauchen wir Hilfe:


Einkommen:
Wer Lust daran hat, captura zu unterstützen und sich darüber hinaus an einem Versuch beteiligen will, die Idee eines Grundeinkommens praktisch auszuloten, ist herzlich dazu eingeladen.
>>> mehr

Büro-Material:
Die Ausgaben für unseren Bürobetrieb sparen wir uns im Moment noch vom Teller weg. Mit 75,- Euro im Monat könnten wir zumindestens die Verbrauchsmateriealien bezahlen.

Holzschutzgutachten "Altes Gutshaus" - 2009:
1800,- Euro stehen nächstes Jahr für ein Gutachten an. Davon übernimmt einen Teil (ca. 600,- Euro) der Denkmalschutz. Möchte uns jemand bei den restlichen 1200,- Euro helfen?

Projekt "Kulturbaracke":
Für 9000,- Euro haben wir die Kulturbaracke letztendlich renoviert. 2000,- Euro davon sind noch offen.

Spenden für die Baracke bitte an den
"Zwischenzeit e.V." Berlin. Diese können steuerrechtlich abgesetzt werden:

zwischenzeit e.V.
Konto-Nr. 4018487900
BLZ 430 609 67
GLS Bank
Zweck: captura - Kulturbaracke

Weitere Fragen bitte an F. Lück: flo_lueck@captura-online.de

 


 
 

Projekt Kulturbaracke
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Mit der „captura-Woche Kulturbaracke“  begannen sechs arbeitsreiche Wochen. Sechs Wochen bis die erste Schulklasse die alte Kulturbaracke als Quartier beziehen sollte. Bis dahin sollte das Dach dicht, Strom- und Wasserleitungen verlegt, Duschen gebaut, Toiletten nutzbar, eine Küche erstellt, die Fenster verglast und ein Loch in der Außenwand geschlossen sein – und, beinahe hätten wir es vergessen, die Baracke müsste mit Tischen und mindestens 40 Stühlen ausgestattet sein.

Mit vier arbeitswilligen Gästen starteten wir in der captura-Woche diesen Marathon erst einmal mit der Entfernung sämtlicher alter Wandbeläge – alte Tapete, Leimfarbe und Lack mussten runter. Wider den Erwartungen war dies schnell geschafft und in dieser ersten Woche erledigt. Die Tapezier- und Malerarbeiten konnten beginnen.

Auch als dann die frisch gestrichenen Wände doch noch mal für die Unterputzverlegung der Kabel aufgestemmt werden mussten – es stellte sich heraus, dass die Unterputzverlegung günstiger sei – ging der Mut nicht verloren. Es scheint, dass Pannen oder Stolpersteine einfach dazu gehören. Doch unsere Situation, die Zeit- und Geldknappheit, wurde auch nicht einfacher als sich herausstellte, dass die bestellten Glasscheiben zu klein waren und die Dichtungsringe für die Zu- und Abwasserleitungen im Badezimmer nicht ihren Zweck erfüllten. Wusstet ihr, dass eine Duschwand aus fünf Schichten besteht, die jeweils auch noch Trocknungszeiten haben? (Grundierung, 24h; Flüssigfolie; 12h; Flüssigfolie, 24h; Fliesenkleber; Fliesen und Fugenmörtel, 24h; Versiegelung, 24h).

Selbst als sich einen Tag vor Anreise der Schüler beim Einbau der Küche herausstellte, dass ich bei der Planung und dem Bau dieser vergessen hatte ein auf der Wand liegendes Wasserrohr einzubeziehen, ließ sich eine Lösung finden.

Es gab andere Dinge, die uns, obwohl wir sie beinahe vergessen hätten, im wahrsten Sinne des Wortes einfach geschenkt wurden. Die Tische und Stühle und viel Geschirr und Besteck durften wir mit einem 7,5-Tonner aus Kiel zu uns nach Hugoldsdorf holen um die Baracke zu bestücken.
Dank Anna Schapiro, die einen Monat ihrer Semesterferien hier verbrachte, Yago, der den ganzen Marathon mit „rockte“, vielen weiteren Helfern, den verschiedenen Handwerkern und den Menschen, die uns Einrichtungsgegenstände schenkten und Geld spendeten um Material und Rechnungen zu bezahlen, schafften wir es letztendlich, mit einigen Nachtschichten und sogar einer durchgearbeiteten Nacht, die Arbeiten 15 Minuten vor Ankunft der ersten Schulklasse zu beenden.

Für mich kann ich sagen, dass diese sechs Wochen zwar anstrengend waren aber auch sehr lehrreich und eine Menge Spaß mit sich brachten. Und – so ganz kann ich es immer noch nicht glauben: nicht weit vom Gutshaus steht eine Kulturbaracke, die zwar außen noch nicht schön und noch nicht ganz fertig renoviert ist, die uns aber viele Möglichkeiten bietet und in verschiedenster Form genutzt werden kann.


Maria Veron

blogger > Geschafft! album > Renovierung der Kulturbaracke



Feldmessen im Gutsgelände
Zwei sehr unterschiedliche Klassen der Waldorfschule aus Karlsruhe waren zum Feldmesspraktikum hier auf dem Gelände in Hugoldsdorf zu Besuch. Vermessen wurde das Gelände um die beiden Gutshäuser, die Messdaten werden in das Konzept eines Parkpflegewerkes einfließen, das zur Wiederherstellung des alten Gutsparkes gerade in Arbeit ist.
Durch die Rückmeldungen der Schüler und aus unserer Sicht können wir auf eine gute Zeit mit den Klassen zurückblicken. Leider haben wir die zweite Klasse nur am Rande mitbekommen, da wir verreist waren.

blogger > Feldmessen im Gutspark album > Bilder vom Feldmessen

 

Das alte Gutshaus
Dank Nils Meister, der sich im Sommer in einer fast schon leidenschaftlichen Art und Weise über mehrer Wochen dem Gutshaus gewidmet hatte und einigen Spendern, die uns ermöglichten, Holz und Dachsteine zu kaufen, ist das alte
Gutshaus jetzt vor weiteren Beschdädigungen durch Wasser geschützt
.

Die Zusammenarbeit mit der unteren Denkmalbehörde hat begonnen und gestaltet sich sehr postitiv. Als erster Schritt in Richtung Denkmalpflege steht 2009 ein Holzschutzgutachten an (Kosten ca. 1800,- Euro). Dafür müssen noch einige Freilegungsarbeiten durchgeführt werden und aus diesem Anlass ist letzte Woche ein Bauhistoriker aus Greifswald zu einer ausfürlichen Begehung gekommen.
gutshaus


Das Gebäude wirft auch für die beiden jungen Archäologen einige Fragen auf. Großformatige Steine, die nicht so Recht zu der Bauart passen, merkwürdige Nischen und Aussparungen an den Fenstern, das verbaute Kreuzgewölbe ... nach wie vor steht hier ein großes Rätsel, dass die Geschichte bis zum 13./14. Jhdt. in den Blick bringt.

Es wird im weitesten Sinne zuerst ein historischer Rückbau anstehen, bei dem wir viel Eigenleistung einbringen können. Dazu kommen weitere Planungen, die Entwicklung einer denkmalpflegerischen Zielstellung, einer Vermessung des Gebäudes und dann als erste größere Baumaßnahme die Reparatur des Dachstuhls und der Austausch der Deckenbalken. Denkbar ist auch, das Gebäude und die denkmalpflegerischen Arbeiten zusammen mit einem pädagogischen Ansatz zu bringen. Mehr dazu im nächsten Jahr.

blogger > Danke Nils!

 

 


festival.forum (Juli `08)
Schon zu Beginn dieses Jahres wurden wir von der Jugendsektion in Dornach eingeladen uns mit einem Gesprächsworkshop an der Tagung festival.forum zu beteiligen. Für uns war es schwer Monate vor der Veranstaltung einen Themenschwerpunkt für den Workshop zu nennen. So entschiedene wir uns einen cafè-ähnlichen Gesprächsraum mit Pfannekuchen dort anzubieten, in dem die gewünschten Gesprächsthemen entstehen können.
Es war eine sehr facettenreichen Woche in Dornach am Goetheanum, die sich für uns mit den Begriffen Pfannekuchen Zukunft Mensch beschreiben lässt.

> Pfannekuchen, Zukunft, Mensch album > Bilder vom festival.forum

 

Gespräch in der GLS Treuhand in Bochum (August `08)
"Was heißt leben mit Schenkgeld?" - "Welcher Begriff von Freiheit entsteht in ihrem Projekt?" Mit diesen Fragen waren wir zu einem Gespräch zur Zukunftsiftung Soziales Leben in der GLS Treuhand in Bochum eingeladen worden. Wir konnten ein sehr intensives Gespräch erleben. Auch schon im Vorfeld war die Auseinandersetzung mit den beiden Fragestellungen sehr produktiv für uns.

blogger > Gespräch in der GLS Treuhand


„Zwischen Selbstgestaltung und Anpassung“ (September `08)
Mit diesem Thema lud das Freie Bildungswerk Rheinland zum 4. Kölner Kongress ein. In verschiedenen Themengruppen gaben geladene Gäste aus ganz Europa ein Impulsreferat, anschließend wurden einzelne Themenpunkte auf dem Podium durch die Gäste und Fragen aus dem Publikum im Gespräch vertieft. Unterschiedlichste Aspekte der Erziehung und Gestaltung von Lernräumen für Kinder bis hin zum Jugendalter tauchten als Themen auf. Die Themen waren immer an ein konkretes Projekt oder eine Initiative gebunden.
Schon beim letzten Kongress vor 2 Jahren waren wir eingeladen, um unseren Film dort zu zeigen. Die diesjährige Einladung galt einem Bericht über die Weiterentwicklung von captura, dem Leben und Arbeiten in Hugoldsdorf.
Durch den Endspurt der Baracken-Renovierung konnten wir, bzw. Friedel, leider nur für einen Kurzbesuch nach Köln reisen. Doch hat sich der kurze Besuch gelohnt. Andere, neue Projekte konnten so in das Blickfeld mit aufgenommen werden und das Interesse der Teilnehmer an captura zeigte, dass wir nach wie vor, auch ohne ein Konzept, uns im Feld einer zukünftigen Schule bewegen.

 

ANDERZEIT II (Oktober `08)
Johannes Nilo und Phillip Tok luden zur Folgetagung von „was ist an der Zeit“ im letzten Jahr wieder zum Goetheanum nach Dornach ein. Der Gesprächsblick lag diesmal in der „Ästhetischen Erfahrung“.
Jüngere und ältere Menschen kamen zusammen um sich in unterschiedlichster Weise diesem Begriffsfeld zu nähern. Gearbeitet wurde in Vorträgen, Kolloquiumssituationen und kleinen Gesprächsgruppen. Mit verschiedenen Angeboten, einer VW-Bus-Bar, dem Nachtcafè und zwei Gesprächsgruppen, brachten wir und in die Veranstaltung mit ein.
Es waren spannende Tage, die stark an dem eigenen Blick nach außen rütteln konnten.

blogger > An der Zeit II


Ausblick
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  • Vom 14. – 16. Nov. `08 lädt die Schülervetretung der Waldorfschulen nach Berlin zu einem Tagungswochenende mit dem Thema „Ergebnis Schule: Abschluss?“ ein. In verschiedenen Vorträgen und Diskussionen wird man sich dem Thema nähern. Wir sind eingeladen worden mit einem Impulsreferat aus unserer Sicht zu diesem Thema beizutragen.

  • In der Woche vor Weihnachten, 15. – 21. Dez., werden wir ins Ruhrgebiet fahren und uns weiter mit dem Thema Geld/Schenken auseinandersetzen. Ursprünglich hatten wir die Idee, in der GLS Bank in Bochum zu arbeiten. Da es dort aber vor Weihnachten zu trubelig ist, werden wir wahrscheinlich in Witten sein. Wer Lust und Zeit hat an dem Thema mitzuarbeiten kann sich gerne bei uns melden.

  • Sylvester: Schon einige Menschen fragten uns, ob sie den Jahreswechsel wieder in Hugoldsdorf verbringen können. Wir werden auf jeden Fall hier sein und uns über Besuch freuen. Sagt bitte kurz bescheid, wenn ihr kommen wollt. Was sich ergeben wird, wird sich zeigen ...
 
     
 

captura - Schule Zukunft Mensch
Dorfstr. 12 / Gutshaus
D - 18465 Hugoldsdorf

Mail: post@captura-online.de
Tel.:038320 / 649871
Homepage: www.captura-online.de


P.S.: Wenn ihr in Zukunft diesen Newsletter nicht mehr erhalten wollt, tragt euch hier aus.

 
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Es kommt auf die Begegnung an von Mensch zu Mensch!

 

 

 

 

 

 

 
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