Newsletter 06
Do 06.05.2004 01:38
Hallo,
wenn man es genau nimmt, hat captura gestern schon angefangen. Wir hatten gestern das erste Treffen einer Terminreihe, die man als "inhaltliches Aufwärmen" für captura bezeichnen könnte.
Ich werde hier jetzt keine inhaltliche Zusammenfassung geben. Wir haben in einem Kreis von 12 Menschen - Lehrern, Schülern und Studenten - über Schule geredet und nach Wesentlichem geforscht. Themen waren Engagement, Verantwortung, Resignation, Veränderung, Hilflosigkeit, Initiative, Standardisierung, Individualität und Motivation.
Man könnte vereinfacht sagen, es geht bei captura darum, daß sich die Beteiligten für Schule und aber auch für ihr Leben begeistern. Wenn man das einfach so sagen würde, wäre wahrscheinlich kein einziger im Mai in Witten - oder vielleicht doch?
Begeisterung ist ein wunderschönes Beispiel für etwas, was ich nicht kaufen kann, was ich mir nicht anlesen kann und wozu es auch schwierig ist, ein Seminar zu machen. Begeisterung ist aber die notwendige Voraussetzung, oder besser eine Art Kanal, durch daß das Zukünftige auf die Welt strömen kann. Kann. Es stellt sich selbstverständlich die Frage nach der Umsetzung, nach der Realisierung. Die Welt ist voller verwaister Ideen - voller Menschen die nur reden - Tust Du das, was Du sagst? Und schon wird unser Konzept deutlicher.
Jetzt könnte man ja sagen, wenn die Welt so voller Ideen ist genügt es doch, sich um die Umsetzung zu kümmern. Und an der Stelle gibt es meiner Meinung nach ein Problem. Ich kann nicht (ich sage das jetzt einfach mal so - es darf diskutiert werden!) die Idee eines anderen umsetzen. Um gesund zu Wirken muss ich mich selbst für mein Leben begeistern, ich brauche meinen eigenen Ideenstrom, was nicht heißt , daß ich nur exklusive Ideen brauche. An dieser Stelle könnte man auch mal darüber nachdenken, ob ein Besitzanspruch auf Ideen nicht leicht schwachsinnig ist. Ich behaupte, es sind nicht meine Ideen, aber Ich bin es, der fähig ist Ideen auf die Welt zu bekommen, es ist mein eigener Ideenstrom der die Welt ergreift.
Zum einen wird es selbstverständlich darum gehen, wie Schule heute ist, was in den Schulen lebt, was in Zukunft passieren muss. Das ist unser gemeinsames Thema. Auf der anderen Seite steht aber immer die Frage nach dem Einzelnen die sich erstmal jeder selber stellen könnte. Wo stehe ich? Wo will ich hin? Was sind meine Fähigkeiten? Wo ist meine Aufgabe?
Eine weitere Betrachtung dazu bezieht sich auf die Beurteilung eines Gesprächs, wie es zum Beispiel gestern abend stattgefunden hat. Man kann auf der einen Seite zusammenfassen, was denn jetzt inhaltlich als Ergebnis vorliegt. Zu welchem Ergebniss ist die Gruppe gekommen. Man sondert damit die Begriffe von den Menschen, vielleicht eben auch Ideen und hat damit ein sehr plakatives aber eben nicht vollständiges Ergebnis der Runde. Denn wenn wir sagen, wir wollen etwas verändern, und die Vorraussetzung für Veränderung ist auf jeden Fall, daß da jemand ist, der aus einer Idee heraus etwas umsetzt, dann sollten wir auch darauf schauen, ob sich diese Vorraussetzungen vielleicht verbessert oder verschlechtert haben. Und das hat durchaus etwas mit Begeisterung zu tun, mit Wärme, mit Intensität und damit, wieviel gelacht wird.
Soweit als Anregung und Bericht von gestern
viele Grüße
Florian Lück
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