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Newsletter 06/2007 | Mittwoch, 12. Dezember 2007 | Hugoldsdorf
 
 

 

weg

Hallo,

der neue Ort für captura entsteht…

schloss

Im Gegensatz zu unseren Tätigkeitsfeldern und den Geschehnissen in den Monaten und Jahren vor dem Umzug nach Hugoldsdorf in Mecklenburg –Vorpommern, waren hier erstmal ganz andere Dinge vorherrschend.

Wir haben ganz von vorne angefangen oder ganz von unten. Erst einmal mussten wir in dem großen Gutshaus, wo Florian, Friedel und ich (zusammen mit Ruth, meiner Schwester) nun wohnen, uns eigene Wohnräume schaffen, uns einrichten und einleben. Als das endlich so weit war, kam das Büro an die Reihe.

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Neben diesem Schaffen von Grundlagen verlangt dieser Ort und das tägliche Leben hier seine Aufmerksamkeit und unseren Einsatz.

 

  • Feuerholz muss gehackt und die Öfen befeuert werden, die Obstbäume müssen beerntet und das Haus bewirtschaftet werden.

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  • Zu dem Ort oder dem Umfeld gehört auch eine Familie aus dem Dorf, welcher hier mit unserer Hilfe auf dem Gelände in kürzester Zeit ein Wohnraum errichtet wurde, der ihnen nun übergangsweise zur Verfügung steht.

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  • Ein junger Mensch braucht Hilfe bei der Wohnungssuche, ein anderer leistet Sozialstunden bei uns ab und wieder ein anderer ist krank und muss zum Arzt gefahren werden.

  • Mit einem 14jährigen Jungen, der die Schule total verweigert, machen wir im Moment vormittags kleinere Projekte, welche inzwischen als „Praktikum“ vom Schulamt genehmigt wurden.

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  • Kontakte zu Menschen aus dem Dorf und zu der Gemeinde wollen geknüpft und gepflegt werden. Mit dem Bürgermeister stehen wir im Austausch; Friedel ist aufgenommen in den Kulturausschuss der Gemeinde Hugoldsdorf; Florian ist bei der Feuerwehr; im Jugendförderverein Hugoldsdorf sind wir inzwischen Mitglieder. 

  • Im Moment bemühen wir uns um die Nutzung einer „Baracke“ und einem ehemaligen Fußballplatz auf einem Nachbargrundstück, welche sich hervorragend für Veranstaltungen, Theaterprojekte, für den Aufenthalt von größeren Gruppen oder Schulklassen und Zeltlagern eignen. Es gibt in dem Gebäude einen großen Saal, eine Küche, Toiletten und zwei kleinere Räume. Mit dem Besitzer gab es ein erstes Gespräch welches hoffen lässt. Für uns wird es als nächstes darum gehen ein Nutzungskonzept zu erstellen und Möglichkeiten der Finanzierung zu finden.

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Nun wird es langsam ruhiger, so hoffe ich jedenfalls. Durch die Fertigstellung unseres Büros, ein sehr schickes Arbeitszimmer mit vier Schreibtischen, können wir nun wieder verstärkt in die Öffentlichkeit gehen (Internetseite, Kontakt zu anderen Projekten usw.) und somit ist dieser Newsletter ein erster Schritt in diese Richtung. Auch die inhaltliche Arbeit beginnt ab und an die Baustellenarbeit abzulösen. Wieder neu entsteht die Frage „was ist captura?“ Immer wieder neu suchen wir nach dem Grund für den Ort und nach der Begründung warum wir gerade hier in Hugoldsdorf gelandet sind.

Der Ort bietet unzählige Möglichkeiten – was will entstehen?

 

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Wir freuen uns über Besuch!

Viele Menschen haben uns hier schon besucht. Menschen, die schon lange mit captura verbunden sind, Freunde, aber auch Menschen aus dem Umkreis hier, die neugierig sind, was hier am „Schloss“ passiert.
Eine gute Zeit uns zu besuchen, ist die Zeit um Sylvester und Neujahr. Wir haben uns auf Besuch eingestellt und wenn ihr uns Bescheid sagt, dass ihr kommt, finden wir auch für euch sicher noch einen Schlafplatz. Wir haben uns vorgenommen am Sylvestertag einen Rückblick zu machen und an Neujahr möchten wir auf das kommende Jahr, auf Pfingsten und was sonst noch so passiert, schauen.

Frohe und besinnliche Weihnachten und einen guten Start ins neue Jahr wünschen auch Friedel, Anna, Jasmin, Florian und Ruth

Maria Veron

 

 
 
 
 

Ein Brief von Anna an Friedel, Florian und Maria:

Ihr Lieben,

ich war nicht ohne euch unterwegs. Fragen nach Lernen, Authentizität und Begegnung bewegten mich immer auf dem Hintergrund unserer Arbeit. Trotzdem war es eine andere Welt, in der ich das Leben so sehr genießen durfte! Ich habe eine neue Art von Freiheit erlebt: die Freiheit, die entsteht, wenn man von außen angeleitet wird, genau das zu tun, was man will. Jetzt vermisse ich meine Lehrer und Mitschüler, die mir das ermöglichten! Ich muss wieder selbst suchen, was ich will und es dann unternehmen - was auch schön ist - In einem Gespräch mit Jasmin fühlte ich mich doch verstanden, als sie erzählte, wenn sie Leute klagen hört, über Notwendigkeiten in ihrem Studium, würde sie manchmal gerne erwidern "seid froh!" weil der Freiraum, den sie genießt so viel fordert, (aber ja nicht explizit fordert, wie ein Lehrer mit einer Aufgabenstellung).
Und ihr in Hugoldsdorf? Manchmal habe ich mir Sorgen gemacht, eure Kraft könnte sich erschöpfen, weil ihr die Quelle aus der wir in der gemeinsamen Arbeit früher Kraft geschöpft hatten selten besucht. Bei euch schien mir das Gegenteil der Fall zu sein, wie bei mir: was für mich notwendig zu tun war, ließ mich frei sein obwohl vieles für mich entschieden wurde - was für euch notwendig zu tun war, habt ihr frei entschieden und es ließ euch manche Tage nur mit Notwendigkeiten verbringen. Ich vermute ihr habt besonders viel Leid (von anderen Menschen) erfahren. Ich habe besonders viel Freude erlebt.
Wieder in Witten merke ich, wie viel Energie diese Lebensfreude mir gibt! Eine Energie, die Träume in Wirklichkeit verwandeln kann. Und ich merke, was sich mir hier in den Weg stellt, wenn ich weiter in diesem Glück leben will. Daraus entsteht für mich die Frage, ob ich ganz bin ohne den grauen Alltag und die schwarzen Tage? Oder kann ich lernen, sie zu überstrahlen (das wäre wahrscheinlich gar nicht gut - heuchlerisch) besser zu durchleuchten?

Ich wünsche allen viel Licht in diesen dunklen Tagen ;)

Anna

 

 
 
 
 

 

Hallo ihr Lieben,
ich lebe seit dem 15.10.07 mit Maria, Florian und Friedel in Hugoldsdorf und wollte mich kurz vorstellen.

ruth

Ich kenne captura seit der Vorbereitungszeit, der Tagung 2004 und war an den drei großen Tagungen in Witten- Annen Gast, sowie auf vielen Veranstaltungen an denen die Initiative beteiligt war.

Nachdem ich dem Schülerprojekt Yumendo beigewohnt habe, habe ich mich entschieden, meinem eigenen Weg weiterhin zu folgen und einen gewagten Pfad zu gehen.
Hier bei captura wollte ich seiender sein, auf einer Suche mitten im Leben stehen und möchte organisatorisch, sowie auch inhaltlich helfen und lernen.
Neben den pädagogischen und inhaltlichen Fragestellungen, sowie der Öffentlichkeits- Arbeit von captura, interessiert mich vor allem das Schneiderhandwerk und die Musik, worin ich mich hier selbst weiter Ausbilde.

Ich genieße es hier, in der Gegenwart leben zu können, ohne die Frage, wer oder was ich einmal werden möchte von außen gestellt zu bekommen. Denn ich finde, dass nur das Gegenwärtige der Realität entspricht und sich Zukunft immer wieder neu formt.
Diesen Ort, mit den Menschen die hier leben, erlebe ich ganz stark als einen Ort, an dem sich etwas öffnet und kräftigt. Die Landschaft ist ganz flach, es gibt viele Felder und der Blick geht weit und trotz dieser Leere und Abgeschiedenheit, sind wir selten alleine. Es entsteht für mich ein immer stärker werdender Bezug zur Welt und dem Leben.

Ich bin Suchender und möchte finden, ich habe Fähigkeiten und möchte sie weiter geben, ich bin lebendig und will gestalten, ich habe weiße Blätter und möchte sie bemalen, mit Farbe, Können und Liebe und ich bin nicht Leer, ich fülle mich von Tag zu Tag.

Ruth Veron

 

 

 
 

captura - Schule Zukunft Mensch
Dorfstr. 12 / Gutshaus
D - 18465 Hugoldsdorf

Mail: post@captura-online.de
Tel.:038320 / 649871
Homepage: www.captura-online.de


P.S.: Wenn ihr in Zukunft diesen Newsletter nicht mehr erhalten wollt, tragt euch hier aus.

 
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Es kommt auf die Begegnung an von Mensch zu Mensch!