Newsletterbanner08/06
Sonntag, 26. November 2006


Hallo alle zusammen,


captura ist in einem nächsten Stadium. Wir beginnen gerade die für uns noch unbekannte und neue Wegstrecke zu unserem nächsten großen Ziel: ein eigener Ort für captura. Aber bis dahin dauert es noch ein wenig. Im Moment befindet sich jeder von uns vor allem auch auf seinem eigenen Weg und über diese eigenen Wege hinweg versuchen wir, das was kommen will, vorzubereiten.

Der Newsletter ist sehr lang geworden aber es ist Einiges passiert was mitteilenswert ist. Wir freuen uns jederzeit über Feedback, Anregungen oder einfach Berichte davon, was bei euch so passiert.

Herzliche Grüße von Anna, Jasmin, Friedel und Maria
Florian


Nachtreffen 2006
Ein eigener Ort
Studienarbeit über die ersten captura-Jahre
„Freiraum-Dokumentation zu captura2006
Florian unterwegs
Jugendkongress München
Waldorf-SV Tagung
Waldorfschule am ganzen Tag
Bei was wir Hilfe brauchen?
projekt.zeitung
Termine



Nachtreffen 2006

Am Wochenende vom 6.- 8. Oktober fand das Nach-, Zwischen- aber auch Vortreffen in Witten statt. Wir waren ca. 30 Menschen, einige kamen bereits am Freitagnachmittag. Dazu kamen auch einige Jugendliche und junge Erwachsene, die in Zusammenhang mit Idem und dem auf Connectivity in Sao Paulo durch Anna angeregten Eye-to-I-Projekt Annie Sauerland mit einer kleinen Feier am Freitagabend für ein Jahr in den Libanon verabschiedeten.

Am Samstagnachmittag fand im gemeinsamen Gespräch ein Austausch über captura, über die Vergangenheit und die Zukunft, über Freiheit und Freiraum statt. Die Atmosphäre war dicht, voller Interesse, innerer Bewegungen und Fragen - eineinhalb Stunden lang.

Anschließend lebte das, was aus den Einzelnen entstand. Viele Gespräch, kleine Initiative … hier ein Eintrag von mir im Gästebuch auf der Internetseite:
„In Ankoppelung an den vergangenen Prozess, von der Problemsituation Schule bei captura2004 bis zum Leben im Freiraum bei captura2006 scheint mir dieses Treffen stimmig. Ich hatte den Eindruck, dass keine deutlich sichtbare Zukunft oder eine gemeinsame Aufgabenstellung etwas Gemeinsames entstehen lies - vielleicht ganz leise und noch nicht sehr offenbar, noch nicht wahrgenommen oder verstanden.
Es war ein Punkt an dem man sich versteht, keine größeren Konflikte auftreten, alles ganz harmonisch ist und man vielleicht an der ein oder anderen Stelle ob der ganzen Angenehmheit des Zusammenseins die Krise bekommen kann. Nullpunkt - in gewisser Hinsicht. „

Am Sonntag fand ein abschließendes Gespräch in der Herbstsonne statt. Einige schrieben sich danach ihre eigene Einladung zur Eröffnung des captura-Ortes - andere verabschiedeten sich.
>Florian




Ein eigener Ort

Eine erste grundlegende Entscheidung trafen wir - Anna, Maria, Friedel und ich - ziemlich genau vor einem Jahr … die Entscheidung mit captura weiterzuarbeiten und dafür einen eigenen Ort zu suchen. Wir wollen einen Ort finden, an dem wir das Wesentliche unserer Arbeit weiter verdichten und entwickeln können. In einem Gespräch mit dem ehemaligen Oberstufenlehrer Jürgen Peters, mit dem wir vielleicht zusammen weiter gehen werden, standen unter anderem drei Begriffe in Bezug auf den Ort im Raum: Forschung, Lehre und Praxis. Grundlegend wollen wir, in einem übergeordneten Zusammenhang, die Arbeit an der Idee der Freiheit und deren Umsetzung in der individuellen Biographie und der Gesellschaft, in den Mittelpunkt stellen.

Gleichzeitig werden die Begriffe Schule, Zukunft, Mensch weiterhin unser Aufgabenfeld beschreiben. Und so wird captura auch eine Schule werden, ein Ort für Lebenslanges Lernen, eine Schule für das Menschwerden durch alle Phasen des Lebens. „Schule leben! ist dann die Aufforderung, sich selbst, als zur Entwicklung fähiges Wesen, bewusst zu ergreifen und sich auf seinen eigenen Weg zu machen.

Wenn es bei captura darauf ankommt, seinen Weg zu finden, ist dieser Ort nicht nur zum ankommen, sondern auch zum aufbrechen. Ziele könnten überall auf der Welt sein. Viele Jugendliche reisen. Viele reisen auf der Suche nach ihrem weiteren Lebensweg und die meisten kommen so ratlos zurück, wie sie gegangen sind. Welche Unterstützung braucht es, damit die Reise eine Forschung wird, die neue Ziele auftut? Welche Begleitung kann einem Reisenden helfen?

Im nächsten Newsletter werden wir hierzu ein wenig mehr und vielleicht bereits genauere Bilder mitteilen können. Wie bereits gesagt befinden wir uns am Anfang und dies sind nur erste Hinweise auf das, was einmal entstehen wird.

> Florian und Anna




Studienarbeit über die ersten captura-Jahre fertig gestellt

In den Sommermonaten haben wir uns im Rahmen unserer Diplomarbeit intensiv mit der Entwicklung von captura beschäftigt, beginnend beim ersten Treffen im November 2002 bis hin zu captura2006. Vor allem richteten wir unsere Aufmerksamkeit auf den Gesamtbogen des Prozesses. Jedes uns noch verfügbare Dokument arbeiteten wir durch, und versuchten daraus ein Gesamtbild zu erschließen. Es war wahnsinnig spannend sich rückblickend noch mal in den gesamten Prozess einzuarbeiten.
Die Entwicklung der captura-Idee und der des Schulbegriffes sowie die Erkenntnisse über Aspekte zur Entstehung von Lern- und Lebensräumern und über die Verbindung von unserer Arbeit mit der Idee ergaben sich für uns als Schwerpunkte.
Neben dem gemeinsam erarbeiteten Teil haben wir uns einzeln in die beiden Themengebiete „Entstehung von Initiativräumen und „Vorraussetzungen für eine Fragekultur vertieft.
Die Arbeit steht auf unserer Internetseite unter Downloads>Schriften und kann gerne gelesen werden!

Am 11.12.06 halten wir zu unserer Arbeit einen Vortrag. Beginn ist um 10.00h (Dauer ca. 2 1/2 Std. mit Filmvorführung) im Saal des Instituts. es sind alle herzlich eingeladen!

Herzliche Grüße,

>Maria und Friedel




„Freiraum-Dokumentation" zu captura2006

Sie ist da! Nach zweimonatiger Arbeit ist die Dokumentation zum captura2006 fertig. Es ist ein DinA5-Heft in Farbe geworden, das sowohl einen Einblick in den Vorbereitungsprozess gibt als auch die Tagung selber ins Bild bringt. Viele Teilnehmer kommen zu Wort, äussern sich zu ihren Erlebnissen und Gedanken im Freiraum; es wird darüber hinaus auch dargestellt, wie wir den Freiraum während der Tagung organisiert haben. Diese Dokumentation ist vor allem als Anregung für alle die gedacht, die im Kontext Lernen und Leben Freiräume gestalten und kultivieren wollen. An einer vertiefenden Auseinandersetzung arbeite ich über den Winter.

Für die Dokumentation standen uns noch 1000,- Euro aus dem captura2006-Budget zur Verfügung. Weil wir nicht auf Schwarz-Weiss-Druck ausweichen wollten haben wir nun mit einem Druckpreis von 1500,- Euro noch ein kleines Loch zu stopfen.

Die Dokumentation kostet 6,- Euro incl. Versand. Schreibt uns bitte eine E-Mail mit eurer Post-Adresse, dann schicken wir euch ein Exemplar zu. Das Geld bitte entweder in einen Briefumschlag stecken und an uns schicken oder den Betrag überweisen an:

Institut für Waldorf-Pädagogik
Stadtsparkasse Witten
BLZ 452 500 35
Konto-Nr. 431 528
Stichwort: captura2006 - Doku, Name

>Florian




Florian unterwegs

Seit dem 10. November bin ich mit meinem VW-Bus auf Tour. Meine Studienzeit in Witten/Annen ist damit beendet. Auf der captura-Homepage findet ihr mein Reisetagebuch. Ihr könnt die Tour gerne mitgestalten indem ihr mich einladet. Mich interessiert zum Beispiel, was sich bei denen, die bei einer der captura-Tagungen waren, daraus entwickelt hat. Aber auch, wenn in eurer Schule die Oberstufe neu gestaltet werden soll oder ihr mich aus sonst einem Grund denkt, brauchen zu können - meldet euch. In den nächsten Tagen will ich auch die bereits fest geplanten Reiseziele veröffentlichen, damit ihr wisst, wann ich wo bin.

Auf der einen Seite ist dies für dieses Jahr mein ganz persönlicher Weg, was ich immer noch nicht ganz verstanden habe, da die ursprüngliche Geste im Abschlussplenum von captura2005 war, euch einzuladen mitzukommen. Auf der anderen Seite ist mein Weg aber auch entschieden der für captura.

Zur Zeit bekomme ich ein Stipendium von 500,- Euro der Zukunftsstiftung „Soziales Leben in Bochum. Es hat mich sehr erleichtert, dass dieses Stipendium noch für das nächste Jahr verlängert worden ist. Bis dahin will ich eine weitergehende Einkommenslösung finden.

Ich arbeite aktuell an dem Experiment, mir einen eigenen Förderkreis aufzubauen, der mir in Zukunft in Form eines gemeinsam gestifteten Einkommens den Rücken zum Arbeiten frei halten kann. Mr geht es dabei nicht nur um mich, sondern auch darum, Formen zu finden, wie das captura-Team aber auch grundsätzlich Menschen mit eigenen Initiativen, die selbst kein Einkommen erwirtschaften können, bei ihrer Arbeit bleiben können. Darüber hinaus geht es natürlich auch um die Idee der Trennung von Arbeit und Einkommen, die wiederum mit der Idee des Grundeinkommens verknüpft ist.

Ich werde im nächsten Newsletter ausführlicher darüber berichten. Bis dahin wird auch eine eigene Internetseite dazu online sein. Wer Interesse hat oder in den Förderkreis einsteigen will, kann mir einfach eine E-Mail an flo_lueck@captura-online.de schreiben. Inzwischen sind es bereits 5 Menschen. Mein Ziel ist 150 zu finden. Mehr dazu bald.

>Florian




Jugendkongress München

„The heart of the revolution is the Revlution of the heart - Dieser Satz von Nicanor Perlas wurde zum Motto des von 20.-22. Oktober stattfindenden Jugendkongresses zum Thema Globalisierung in Ismaningen/ München.

Wir hatten eine Einladung captura dort vorzustellen, den Film zu zeigen, für Fragen da zu sein und natürlich selbst am Kongress teilzunehmen. Also fuhren wir, Flo, Maria, Friedel und ich Freitagmittag in einem voll bepackten Twingo Richtung Süden. Als wir gegen elf Uhr abends an der Rudolf Steiner Schule Ismaningen ankamen, wurden wir herzlich, sowohl vom Orga-Team des Kongresses, als auch von gut bekannten Menschen von Idem, begrüßt.

Der nächste Morgen begann mit einem gemeinsamen Plenum, dem ein zweieinhalbstündiges World-Café folgen sollte. Das World-Café ist eine einfache und wirkungsvolle Weise, mit einer Gruppe von Menschen über tiefgreifende Fragen ins Gespräch zu kommen. In kleinen Gruppen und einer Café-Atmosphäre kann jeder seine Gedanken, Gefühle und Einfälle zu bestimmten Fragen äußern. Ebenso ist jeder dazu aufgerufen, dem anderen zuzuhören, und dadurch völlig neue und vielleicht spannende und befruchtende Perspektiven kennen zu lernen. Der Input für diese Gespräche entstand morgens im Plenum, an dem der alternative Nobelpreisträger Nicanor Perlas sich genauso wie die anderen Teilnehmer beteiligte.
Warum zerstören wir unsere Natur?
Wo sucht jeder bei sich die Verantwortung für sein Handeln, seine Lebensweise?
Wie kann ich so gestärkt in und mit mir sein, um aktiv gegen Unrecht, Genmanipulation und die negativen Folgen der Globalisierung anzugehen?
Initiative ergreifen, die eigene Identität finden, ausbilden und prägen, die Welt verändern waren genauso Thema, wie die Suche nach Wegen für eine nachhaltige Wirtschaft, das Grundeinkommen und der Klimaschutz.
Was ich an beiden Tagen erlebt habe, war eine unheimliche Motivation Initiative zu ergreifen, eine Begeisterung für bereits bestehende Gruppen und Initiativen und ein großes Interesse für die Situation der Welt. Ein Gehör für anstehende Probleme bekommen und Zuhören, spielte ebenfalls eine große Rolle. Ich habe einen Nicanor Perlas erlebt, der durch sein Interesse für die jungen Menschen oft nur zugehört hat, aufgenommen hat, was die Themen sind, die im Moment, dem Augenblick des Geschehens in jedem einzelnen leben.
Für mich waren diese Tage wertvoll in den Sinne, dass ich mit vielen Schülern ins Gespräch gekommen bin, wieder einmal an ihrer Realität, ihrer Wirklichkeit teilnehmen konnte. Zudem wurde mir erneut bewusst, dass Schule, so wie sie momentan gelebt wird, oft behindert und kaum Freiräume für Initiativen lässt. Die Schüler, die sich aktiv an Projekten beteiligen, tun dies in der Zeit außerhalb der Schule und am Wochenende. Und auch so kann eine Veranstaltung entstehen, bei der wir uns ausschließlich von Fair Trade und Biologischen Produkten ernähren, bei der wir Menschen treffen können, die aus Eigeninitiative handeln und etwas verändern und bei der die Begegnung zwischen den Menschen ebenso eine Rolle spielt, wie die Bedürfnisse des Einzelnen.

> Jasmin




Waldorf-Schüler kultivieren Zukunft

Als Gast und Teilnehmer hatte ich beim vergangenen Waldorf SV Treffen in Gladbeck die Möglichkeit, zusammen mit den Schülern und anderen Studenten die teilnahmen, „Schule wieder einmal anders zu erleben.

Man gehe davon aus, dass der Einzelne etwas will, dass in ihm etwas lebt, wofür er Raum sucht, sei es ein Bedürfnis oder eine Initiative. Man vertraue wirklich auf den Einzelnen und darauf, dass sich aus diesen Einzelnen das bilden wird, was angemessen ist. Damit hat man die ersten Voraussetzungen geschaffen um Freiraum anbieten zu können.

An diesem Wochenende konnte man den Freiraum-Ansatz überzeugend erleben. Der Sprecherkreis der Waldorf SV hatte sich das erste Mal entscheiden, mit Freiraum zu arbeiten. Nach dem Ankommen am Freitag, bei dem der Freiraum, zwar noch nicht geplant angeboten, bereits lebendig wurde, ging es am Samstag morgen los mit dem ersten Plenum, in dem Teilnehmer ihre Angebote vorstellen konnten. Von konkreten inhaltlichen Auseinandersetzungen bis zu Improvisation und div. Bewegungsangeboten hin zur Nachtschicht des Redaktionskreises zum Thema Dokumentation war den ganzen Tag etwas los.

Die Atmosphäre war gelassen aber voller Aktivität. In den gesprächsorientierten Arbeitszusammenhängen herrschte absolute Ernsthaftigkeit bei gleichzeitiger, spielerischer Leichte. Alles in diesem „Kulturraum fühlte sich lebendig an, war in Bewegung. Es konnte immer etwas Neues entstehen, in diesem Raum voller Möglichkeiten und voller Energie.

Das, was hier Kultur ist - könnte man davon nicht einiges an den Schulen gebrauchen?

Das, was hier lebt, basiert auf Vertrauen, der grundlegendsten Qualität im Sozialen und eine der Mangelwaren in vielen Schulen.

Das, was hier lebt regt zu Initiative und Selbstständigkeit an.
Das, was hier lebt, schafft Raum für das Neue. Das schafft der Stundenplan in der Schule nicht.
Das, was hier lebt, kultiviert Interesse und Offenheit.
Das, was hier lebt, motiviert!
Das, was hier lebt, ermöglicht Freiheit zu üben.
Das, was hier lebt, hat Zukunft!

Ich wünsche mir, dass die Arbeit dieser jungen Menschen anerkannt wird und glaube, dass hier ein enormes Entwicklungspotential für die Schulen vorliegt. Nicht, in dem sie ihre Meinung sagen zu dem, wie die Schule heute ist und weiterhin nur Konsumenten bleiben - sondern in dem endlich Gestaltungsfreiräume kultiviert werden, in denen Lehrer und Schüler gemeinsam Kultur schaffen.

Wenn das hier eine Schule wäre würde ich es so formulieren: „Hier kann ich mich zu Hause fühlen.

Diese Aussage ist für mich ein Qualitäts-Kriterium für eine zukünftige Schule.

Auf die Zukunft.

>Florian




Waldorfschule am ganzen Tag

Am vergangenen Wochenende trafen in der Überlinger Waldorfschule am Bodensee rund 450 Eltern und Lehrer, vereinzelnd auch Schüler und Studenten, ein, um sich gemeinsam dem Thema Ganztagsschule zu widmen.

Im Rahmen einer Delegiertentagung (halbjährliche Zusammenkunft von vertretenden Lehrern der Waldorfschulen bundesweit) hatte der Bund der Freien Waldorfschulen hierzu eingeladen. Die Tagung begann am Freitag mit zwei Impulsreferaten. Weiter ging es am Samstagmorgen mit einer Podiumsdiskussion, bei der die Redner, die sich in ihrer Arbeit auf verschiedner Weise mit der Ganztagsschule beschäftigen, ihre Ansichten und Erfahrungen zu dem Thema in den Raum stellten. Anschließend konnten die Teilnehmer beim Markt der Möglichkeiten bis in den späten Nachmittag hinein als die Workshops begannen, sich an verschiedenen Ständen, wo Menschen ihre Arbeiten rund um die Ganztagsschule vorstellten, informieren und ins Gespräch kommen. Die Workshops dienten der Vertiefung dieser Arbeiten, die ein weit gefächertes Themenangebot darstellten, wie Architektur, Verpflegung oder die Verbindung von Betreuung, Freizeit und Unterricht in einer Ganztagsschule. Der Sonntagmorgen begann mit der zweiten Einheit der Workshops. Ein gemeinsames Plenum diente dem Abschluss der Tagung.

Wir von captura wurden gebeten, mit einem Informationstand am Markt der Möglichkeiten über unsere Arbeit zu berichten und einen Gesprächsworkshop anzubieten. Außerdem zeigten wir den Film von captura2005. Neben Florian und mir waren auch sechs Schüler dabei, die teilweise an den captura-Tagungen teilgenommen hatten. Für unseren Stand und den Workshop hatten wir einen wunderbaren Platz, im Schülercafé direkt unter dem Dach des riesigen Schulgebäudes, der regelrecht dazu einlud ins Gespräch zu kommen oder sich in Ruhe in unser Dokumentationsmaterial einzulesen.
Viele Menschen kamen zu uns mit echtem Interesse, Fragen und Offenheit. Den ganzen Samstag über waren wir in einem ständigen Gesprächsfluss, der für mich vor allem lebendig, intensiv und zukunftsweisend war. Ich habe es kaum erlebt, dass die „Aber…-Einwände bezüglich Abitur oder sonstigen gesellschaftlichen Zwängen erwähnt wurden. Im Vordergrund stand wirklich das Suchen nach Neuem. Ähnlich ging es in dem Gesprächsworkshop weiter. Zu Beginn stellten wir einige Aspekte aus unserer Arbeit dar: Offene Prozesse, Integration des Unbekannten, Zukunft, Begegnungskultur, Vertrauen, Verantwortung, Fragekultur, Freiraum - Qualitäten, die für uns gerade im Zusammenhang mit der Ganztagsschule noch mehr an Bedeutung gewinnen. In Kleingruppen wurde gesucht, wo von diesen Qualitäten bereits in den Schulen schon etwas lebt und was getan werden kann, um ihnen verstärkt oder überhaupt Raum zu geben. Besonders bezeichnend war für mich die zweite Workshopeinheit. Mit den rund 30 Teilnehmern sind wir in ein gemeinsames Gespräch eingestiegen, in dem sich wirklich etwas gebildet, gestaltet hat, durch jeden Einzelnen. Wachstum war da - ernste Aufrichtigkeit gegenüber den Aufgaben, die uns die heutige Schullandschaft bietet. Und vor allem der Drang, etwas zu tun.

Für mich hat sich an diesem Wochenende der Beginn der zweiten Phase von captura wirklich gezeigt. Diese Offenheit und Befürwortung zu unserer Arbeit habe ich bisher gerade in Lehrerkreisen selten erlebt, viele wünschten sich eine stärkere Zusammenarbeit mit uns. Ich denke, das was wir in den vergangenen Jahren, gerade bei den Tagungen, gelebt und erkannt haben, will und muss sich jetzt ausbreiten, sowohl zeitlich als auch räumlich.

>Friedel




Bei was wir Hilfe brauchen?

      • Aktuell: Projekt ohne Budget - Wer schenkt uns für 50,- Euro eine neue Newslettersoftware? Im Moment ist captura wieder eine Initiative in der Gründungsphase. Wir sind noch nicht soweit, ein Konzept und eine Idee zu haben - die wir einer Stiftung vorlegen könnten. Dafür ist es noch ein wenig zu früh. Das heißt, aktuell haben wir kein Budget. Die Software, mit der wir bisher die Newsletter verschickten hat in den letzten Tagen große technische Probleme bereitet. Eine neue Lösung war von Nöten. Ich habe eine günstige Lösung für unseren Bedarf bei einer kleinen Software-Firma gefunden - für 50,- Euro. Im Moment bedeutet so eine kleine Investition: vom Teller oder vom Tank wegsparen. Will jemand uns diese Software stiften? Bitte Kontakt mit mir über  flo_lueck@captura-online.de aufnehmen.

      • Wie ist eine Einkommensfinanzierung denkbar für diejenigen, die für captura die Verantwortung übernehmen werden? Arbeiten zu gehen um Geld zu verdienen um arbeiten zu können? Muss captura ein Dienstleistungsunternehmen werden, das sich selber trägt? Wie kann man auf die Situation schauen, welche Aspekte sind wichtig? Zurzeit fange ich mit dem Versuch einer individuellen Einkommensförderung an. Ist so etwas tragfähig?

      • Ist es denkbar als zukünftige Rechtsform den Privatbereich auszuloten? Von dieser Idee sprach Gottfried Stockmar in einem Gespräch mit uns. Oder sollen wir eine Stiftung gründen? Oder doch einen Verein oder gar eine AG? Vielleicht hat jemand einen Tipp oder kennt jemanden, der damit Erfahrung hat.




projekt.zeitung
Neue Jugendzeitung startet noch in diesem Jahr! Seit fast einem Jahr arbeiten Anna, Friedel und ich bei diesem Zeitungsprojekt mit, das sich an Jugendliche und junge Erwachsene richtet, die sich auf den Weg machen wollen, Verantwortung für unsere Gesellschaft mit zu übernehmen, die Welt und sich selbst zu gestalten. Im nächsten Newsletter vor Weihnachten mehr dazu. Bald mehr Infos auf: www.projektzeitung.org





Termine

captura:

11. Dezember
Vortrag von Friedel und Maria zu ihrer Studienarbeit
10h - Saal - Institut für Waldorf-Pädagogik Witten Annen



Sonstiges:

IDEM
www.idem-network.org

16. - 20. Mai 2007
Jugendtagung zum Thema "Zukunft gestalten - In was für eine Gesellschaft möchtest Du leben?" in Mülheim a.d. Ruhr. Infos bald auf der IDEM-Website.

26. März - 15. April 2007
Workcamp Rumänien
In der Einrichtung für seelenpflege- und pflegebedürftige Jugendliche „PRIETENIA in Bukarest ist einiges in Bau. Hilfe wird an vielen Stellen benötig, z.B. beim Anfertigen einer Drainage und dem Anlegen von Wegen. Das Workcamp mit kurzer Anreise! - Kosten inkl. Anfahrt: ca. 450 € - Anmeldeschluss: 15.01.2007

31.März - 21. April 2007
Workcamp Tanzania
Im Elu Children Care in Morogoro werden wir ein neues Haus bauen, in dem eine Küche und ein Essraum für die 330 Kinder der Schule entstehen werden. Arbeit, einmalige Erfahrungen und eine Menge Spaß sind sicher! - Kosten inkl. Flug: ca. 1050 € - Anmeldeschluss: 15.01.2007

30. Juni - 23. Juli 2007
Workcamp Südafrika
Einer Schule in Hermanus werden wir helfen Schulräume zu streichen, die Decken zu isolieren und den Garten für die Kinder schön zu gestalten. Auch hier werden Menschen und Kultur kennengelernt und es wird kräftig angefasst. - Kosten inkl. Flug: ca. 1050 € - Anmeldeschluss: 15.01.2007


Youth-Section
www.youthsection.org

15.- 21. April 2007
Connect-Conference
Internationale Tagung für 12.Klässler
www.connectconference.org

28. Juli - 3. August 2007
mittendrin
International Youth Conference
www.youthconference.org




P.S. 1: Wenn ihr hier in Zukunft Termine veröffentlichen wollt, die dazu passen, sagt uns Bescheid.
P.S. 2: Wenn ihr in Zukunft diesen Newsletter nicht mehr erhalten wollt, tragt euch bitte auf der captura-Website unter newsletter einfach aus.



captura - Schule Zukunft Mensch
Annener Berg 15
D - 58454 Witten

Mail: post@captura-online.de
Tel.:02302 - 9673-254
Homepage: www.captura-online.de