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Dienstag, 19. Dezember 2006


Frohe Weihnachten!

...sich bei Tee und Plätzchen zusammensetzen, auf das Jahr zurückblicken, einen Vorblick wagen... wahrscheinlich ist das für viele Menschen gerade dran - bei uns auch!

Die Einzelwege haben sich hier in Witten in den letzten Tagen ein paar mal gekreuzt zum Beispiel bei Friedels und Marias Diplomvortrag. Der Vortrag war ein Anlass zu schauen, was captura in einem
geprägt hat - auch für manche, die sich schon eine Weile nicht mehr mit captura beschäftigt hatten.

Maria und Friedel sprachen im Vortrag von der inneren Haltung, mit der sie den Kindern im Praktikum begegnen und die sie in der Arbeit mit captura ausgebildet haben. In einem Gespräch mit Sylvia, die vor allem in der Vorbereitung zu captura2005 mit dabei war und jetzt ein künstlerisches Projekt an einer staatlichen Grundschule macht, kamen wir auf Ideale zu sprechen, an denen wir uns orientieren. Sie werden in der Arbeit mit Jugendlichen und Kindern immer wieder wachgerufen durch Gedanken, wie „das muss doch möglich sein, weil wir es im Zusammenhang mit captura gedacht und gemacht haben!" Bei mir geschieht das in der Theaterarbeit mit 11 Gymnasiastinnen, die sich mir als „der Lehrerin" selbstverständlich gegenüber stellen. Ich suche mit ihnen einen Weg zwischen genügend Angebot von meiner Seite und Raum für Initiative ihrerseits. Jasmin hat an sich beobachtet, wie sie im Musikstudium besonders die Dinge beschäftigen, die sie mit
Freiraum im Zusammenhang sieht. "In einem Kurs über das Tongespräch, einer musikalischen Improvisation, konnte ich einen völligen Freiraum erleben. Der Einzelne war wichtig, die Frage nach einer Sozialstruktur, der Kunst dahinter war anwesend und Momente wie diese ließen den Alltag weiter, größer und freier erscheinen." (Jasmin) In seinem Reisebericht schreibt Flo, dass seine Beschäftigung mit der Sozialen Plastik gut zu einer baldigen Vertiefung des Freiraum-Themas passt. So entstand bei mir das Bild, dass jeder auf seinem Weg auch mit captura unterwegs ist.

Was aus captura wird, ruht nicht, obwohl ich mir für dieses Studienjahr vorgenommen hatte, captura ruhen zu lassen. Die Herausforderung auf einen eigenen Ort zuzugehen ruft! - und doch kann sie hoffentlich mit Ruhe angegangen werden!

Willst du captura weiter mitgestalten? Dann laden wir dich herzlich zu einem Treffen über die Pfingsttage 2007 nach Weißenseifen ein!
Wir werden dort sein und Zwischenstation auf dem Weg zum eigenen Ort machen, vielleicht gemeinsam mit allen, die kommen, tatsächlich mal ein Konzept erarbeiten, oder Grundlagen. Wer will, kann das schon mal in den Vorblick auf 2007 aufnehmen.

Anna

Wir wünschen euch schöne und erfüllte Feiertage und einen guten Rutsch ins neue Jahr!
Friedel, Maria, Flo, Jasmin und Anna






Arbeit sucht Einkommen! - Schenkreis für Florian

Nach Schätzungen der Aktion Mensch gibt es in Deutschland 23 Millionen Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren - lauter Menschen, die Lebenszeit der Gemeinschaft schenken. Auch die drei captura-Jahre waren ein Geschenk, die Tagungen, die Workshops, der Film - ein Geschenk an die Welt, die Gesellschaft, an Schüler, Lehrer, Eltern … muss captura jetzt, im Sinne einer bezahlten Dienstleistung und im Sinne einer Selbstständigkeit, vom Geschenk zur Ware werden, damit die Einkommen derer, die in Zukunft für captura Verantwortung tragen, zur Verfügung stehen? Zu captura passt es nicht, in Zukunft Sozialdienstleistungen zu verkaufen und ich denke auch nicht, dass es für unsere Gesellschaft eine menschlichere Zukunft sein wird, wenn sich der Dienstleistungsbegriff immer weiter zu dem der Ware wandelt. Ist nicht die Dienstleistung sehr verwandt dem Begriff der Nächstenliebe? Und wird das nicht unterwandert, zum Beispiel in der Pflege, durch Betrachtungsweisen, wie sie bei der Produktion von „handfesten" Waren sinnvoll sind, wie Sparsamkeit oder Effektivität?
Die Idee, dass man Einkommen und Arbeit getrennt denken und handhaben kann, finde ich an einer solchen Stelle zukunftsweisend. Das Einkommen ist nicht die Bezahlung der Arbeit, sondern die Ermöglichung derselben.

Da Hartz IV keine wirkliche Option ist und das bedingungslose Grundeinkommen noch auftaut, habe ich vor drei Wochen den Versuch gestartet, für mein Einkommen eine Gruppe an Menschen zu finden, die mir Einkommensanteile schenken und so ermöglichen, dass ich den Rücken frei bekomme um weiter für und mit captura zu arbeiten. Die gleiche Problematik stellt sich natürlich im Sommer für Friedel und Maria, später dann für Anna und Jasmin. Vielleicht kann dies eine Teillösung der Einkommensfinanzierung sein, indem jeder seinen eigenen Schenkkreis hat. 200 Menschen mal 5 Euro machen ein Einkommen von 1000,- Euro.

Interessiert? Schaut einfach mal auf: www.flo-lueck.de vorbei





projekt.zeitung erscheint pünktlich zu Weihnachten mit der ersten Ausgabe
Nun ist sie da! Das Ergebnis einer einjährigen Planung, Vorbereitung und Arbeit.. Eine kostenlose Probenummer kann unter www.projektzeitung.org bestellt werden.
projekt.zeitung ist eine Zeitung aus Papier die sich an Jugendliche und junge Erwachsene richtet, die sich auf den Weg machen wollen, Verantwortung zu übernehmen, die Welt und sich selbst aktiv zu gestalten. Sie entsteht aus offener Zusammenarbeit junger engagierter Menschen und Jugendinitiativen wie captura, IDEM, der Jugendsektion und Schülermitverwaltungen und lädt jeden einzelnen zur aktiven Mitarbeit ein.
PROJEKT.ZEITUNG kann über das Internet www.projektzeitung.org als Abo zu einem Preis von 24 € / 14 € ermäßigt (für vier Ausgaben) bezogen werden. Kontakt: info@projektzeitung.org
 




International Youth Conference about Identity Israel/Palestine, May 2007
Vom 17. bis 30. Mai 2007 findet in Israel/Palästina zum Thema "walk your talk" eine internationale Jugendtagung statt, zu der in der aktuell gespannten Situation im Nahen Osten Palästinenser, Israelis aber auch Jugendliche aus aller Welt eingeladen sind. Es geht bei der Tagung darum, zwischenmenschliche Mauern, die durch Folgen von Politik geschaffen wurden, zu brechen, das Jugenpotenzial für menschliche Zukunftsimpulse zu verknüpfen und nachhaltige, zukunftsfähige Projekte zu verwirklichen. Durch die verschiedenen Programmpunkte möchten wir uns auf die Suche nach der Aufgabe unserer Generation begeben und anfangen an der Aufgabe zu arbeiten.

(Jakob sucht noch Mitarbeiter für das Projekt - zum Beispiel im Bereich der Finanzierung oder der Öffenlichkeitsarbeit! - Anmerkung Florian)

Für weitere Infos: www.iyi.waldorf-harduf.org Bei Fragen:jakob@kraul.org
 




DER JUKSS vom 23.12.06 - 6.1.07 in Königs Wusterhausen bei Berlin
Jukss bedeutet Jugendumweltkongress. Umwelt wird hierbei definiert als das Geflecht sozialer, öklogischer, politischer, wirtschaftlicher und sonstiger Gegebenheiten. Themen sind u.a. Globalisierung, Bildung, Umweltschutz, Direct Action, Tierrechte, Geschlechterrollen, und Antifa.
Das besondere am Jukss sind zweifelsfrei die Menschen, die ihn besuchen und beleben. Es gibt kein vorgefertigtes Programm, keine feste Orga-Struktur und kaum vorgesetzte Entscheidungen. Alles ist verhandelbar und selbstorganisiert von der Gestaltung des Abendprogramms über die Verwaltung der Kasse bis hin zum Toilettenputzen.
Auch die Vorbereitung des Kongresses ist offen, jeder ist eingeladen mitzuwirken.
Wenn ihr mithelfen wollt oder genaueres wissen wollt. Schaut auf der Internetseite vorbei!
Mehr Infos, Anmeldemöglichkeit, ToDo-Listen und Werbung zum Verteilen gibts auf www.jukss.de
 



Konrad Paul Liessmann: „Theorie der Unbildung"
Kleiner Buchtip von Florian: Konrad Paul Liessmann,Univ. Prof. Dr., ist Professor an der Universtität Wien für Philosophie und Bildungswissenschaft. Mit diesem Buch demaskiert er die aktuellen Bestrebungen von PISA bis Bologna, das Phänomen der Rankings und Evaluationen und den Wissensbegriff überhaupt. Das Buch schaut hinter die oberflächlichen, hektischen und scheinbar glasklaren Wege in die Zukunft und zeigt auf, dass wir inzwischen nicht mehr von Bildung sondern von Unbildung sprechen müssen, wie die Prinzipien des Wirtschaftsleben das Geistesleben korrumpieren und von Freiheit von Forschung und Lehre überhaupt nicht mehr zu sprechen ist. Die Universität löst sich auf. Ein düsteres Buch, ein Ruf in die scheinbare Wüste? Eine klar gedachte Betrachtung, nachvollziehbar und erschreckend. Das Buch müssen alle Lesen, die sich in der Bildungslandschaft mit PISA, Tests, Rankings, Evaluationen usw. beschäftigen.
 


captura - Schule Zukunft Mensch
Annener Berg 15
D - 58454 Witten

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Tel.:02302 - 9673-254
Homepage: www.captura-online.de
 



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